Camp Canis Kraftraum #9 - Wohlfühlmassage

WOHLFÜHLMASSAGE FÜR DEN CAMP CANIS-HUND

Ein anstrengender Tag oder ein erlebnisreiches Wochenende im Trainingscamp oder beim Event ist vorbei. Dein Hund ist mit dir gerannt über Stock und Stein und durch Schlamm, Matsch oder Schnee, ist über Hürden geklettert und durchs Wasser getaucht. Es hat ihm einiges abverlangt - körperlich wie auch geistig - und nun ist es Zeit für Erholung und Entspannung. Die strapazierte Muskulatur darf gerne ein wenig mehr Aufmerksamkeit bekommen als „nur“ das alltägliche abendliche Streicheln.

Warum? Was soll das bringen?

Eine Massage

  • wirkt schmerzlindernd
  • lockert Muskelverspannungen
  • entstaut das Venen- und Lymphsystem
  • steigert die Durchblutung und Temperatur (gut für kalte Tage)
  • regt den Zellstoffwechsel an
  • verbessert die Immunitätslage und fördert die Wundheilung
  • entspannt und beruhigt den Geist und verbessert das Körpergefühl (Ausschüttung von Endorphi-nen)
  • fördert die Bindung zwischen Hund und Halter

Gut und schön. Aber wie gehe ich es richtig an?

Lass deinen Hund vorher noch einmal seine Geschäfte verrichten und er sollte auch nicht mit vollem Magen massiert werden.

Wichtig ist, dass du nur die Muskulatur massierst, niemals auf den Knochen. Schau dir Bilder an - wo sind die Knochenpunkte und taste sie vorsichtig an deinem Hund ab. So bekommst du ein Gefühl für die Anatomie. Bei der Massage neben der Wirbelsäule führst du zur Orientierung am besten deine nicht massierende Hand an den Wirbeln entlang.
Massiere nicht gegen den Fellstrich.
Bei allen Massagegriffen gilt: So stark wie nötig und so sanft wie möglich!

Hier sind ein paar erste Griffe aus der klassischen Massage, die allesamt einfach, aber wirkungsvoll sind:

STREICHUNGEN
- sind sanft durchzuführen, aber dennoch mit ein wenig Druck
- zu jedem Anfang und Ende einer Massage sowie nach stärkeren Massagegriffen
- Hände großflächig und mit gleichmäßigem Druck über den Hund gleiten lassen
- vom Halsansatz über den Rücken bis zur Rute, über den Bauchraum bis über die Gliedmaßen zu den Pfoten

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KNETUNGEN
- sind mittelsanfte Massagetechniken
- werden im Rückenbereich und in den Gliedmaßen durchgeführt
- beide Hände führen gegengleiche Bewegungen aus, als ob man die Haut „auswringt“
- Achtung! Den Hund nicht kneifen - besondere Vorsicht an den Gliedmaßen

ZIRKELUNGEN
- intensiver Massagegriff, der mit den Fingerkuppen oder Handballen auszuführen ist
- sind neben der Wirbelsäule (von der Wirbelsäule weg) sowie an Außen- und Innenseiten der Gliedmaßen durchzuführen
- nur 2 - 3 Kreise auf einer Stelle!

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ROLLUNGEN
- sind mit den gesamten Handflächen an Außen- und Innenseiten im Oberarm- und Oberschenkel-bereich durchzuführen
- die Muskulatur wird sozusagen um den Knochen gewunden
- 10 - 15x pro Gliedmaße

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SCHÜTTELUNGEN
- die Gliedmaßen sind mit beiden Händen zu halten und sanft durchzuschütteln
- !!! die Gliedmaße muss gerade gehalten, also darf nicht hoch gehoben werden, damit keine Scherkräfte entstehen !!!
!!! Seitenwechsel niemals über den Rücken !!!
Da der Hund entspannt ist, kann es gerade bei großen Hunden zur Magendrehung kommen!
Für ältere Hunde, die keine gute Rückenmuskulatur mehr haben, kann das Drehen über den Rücken zudem unangenehm sein.

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ABHEBEGRIFFE

- Lösen von Verklebungen
- hierbei ist die Fellhaut mit dem darunter liegenden Bindegewebe verklebt und verwachsen
- Verklebungen treten vorwiegend im Hüft- und Wirbelsäulenbereich auf
- Haut leicht mit den Fingern anheben und vom Schulterbereich Richtung Rute in einer Welle über die Wirbelsäule abrollen
- 2 - 3x durchführen, danach unbedingt sanfte oberflächliche Streichungen!

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Und dann?

Nach einer Massage sollte der Hund einige Zeit lang ruhen.
Danach kann es sein, dass dein Hund nötig auf die Toilette muss!
Manche Hunde trinken sehr viel nach einer Massage!
Wenn dein Hund am Tag nach der Massage schlecht läuft und sich nicht sehr wohl fühlt, könnte es ein Zeichen von Muskelkater sein. Dies spricht für starke Muskelverspannungen. Sei deshalb bei der nächsten Massage sehr sanft und vorsichtig. Nach 2 Tagen nach der Massage sollte der Muskelkater jedoch weg sein. Sollte das Problem wieder auftreten, sprich mit deinem Tierarzt bzw. Hundephysio-therapeuten.
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Ein Camp Canis-Hund ist zwar gesund und fit, der Vollständigkeit halber hier aber noch die Gegenanzeigen. Wann darf eine Massage nicht durchgeführt werden?

  • Entzündungen
  • Frakturgebiet bis zur Verknöcherung
  • frische Verletzungen von Bändern, Muskeln, Sehnen
  • Trächtigkeit (Massage auf Bauch und Lendenwirbelsäule verboten!)
  • Fieber
  • Infektionserkrankungen
  • offene Wunden, Ekzeme
  • Tumore (auch wenn diese gutartig sind)
  • Blutungsneigung
  • Hämatome
  • Herzerkrankungen (wenn diese nicht medikamentös eingestellt sind)

Genieße diese wertvolle und besondere Zeit mit deinem Vierbeiner. Er wird es dir danken.
Praxis zu den genannten Griffen gibt es hier: https://www.rundogs.de/kurse

Melanie KniesComment