Warum uns Dreck und Bodenkontakt heute besser tun denn je - Camp Canis Querbeet #9

Warum uns Dreck und Bodenkontakt heute besser tun denn je:

Eine Betrachtung unserer aseptischen Umgebung mit Hygienevorschriften und Verbotsschildern gibt uns einen Eindruck unserer strikt vordefinierten auf ein Minimum begrenzten Freiheit.

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In einen engmaschigen Rahmen gesteckt, bestimmt uns der Alltag dazu, Dinge zu erledigen und abzuarbeiten. Kontrolle und perfektes Funktionieren machen unsere Gesellschaft so effizient.

Nichts ist in unserer fortschrittlichen Gesellschaft dem Zufall überlassen. Alles ist reglementiert, folgt strikten Mustern und wird durch Verbotsschilder spaßminimierend flankiert.

Entblockiere den Geist, spüre deinen Körper und deine Instinkte. Das klingt schon nach hippieeskem Rebbellions-Aufruf. Frei nach Günter Bloch: Der Hund ist das Verbindungsmitglied zur Natur. Nutzen wir es.

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Alles loslassen und alles mal ohne Gedanken sein lassen, gibt es bei uns nur im Yoga. Und die überfüllten Kurse sprechen für sich. Gemeinsames Loslassen und sich dem Moment hingeben, scheint vor allem Frauen anzusprechen

Auch für HundebesitzerInnen ist ein gelöstes Miteinander mit Hund doch eher die Ausnahme. Sichtbar im öffentlichen Raum reglementiert schon allein die Zusammenkunft auf der berühmt berüchtigten Hundewiese alle Auffälligkeiten, individuellen Ausdrucksweisen und man wird schnell in die Masse des „das gehört sich aber so und so..“ zurückgeholt.

Wo also genau gibt es den Raum, mit seinem Hund wirklich Spaß zu haben?

Spaß bedeutet hier: losgelöste Freude, das Ego mal im Schrank zu lassen, sich fallen lassen ...in den Matsch auf den Boden draußen, sichtbar und doch befreit.

Zuhause und im Schutz der privaten Wohnatmosphäre rollt man sich mit dem Hund dann schon mal gern entspannt auf dem Boden und genießt dabei eine neue Perspektive. Man kommt dem Hund räumlich entgegen und begibt sich auf seine Ebene. Man kommt sich also näher. Nun erkenne ich die Mikromimik meines Hundes und wir können unsere Eigenheiten viel besser beobachten und studieren.

Und Zack entsteht eine Nähe, die gut tut. Und ehe man es sich versieht, holt uns der Hund mit seiner absoluten Präsenz in die Gegenwart, in genau diesen Augenblick und schenkt uns so Momente der Achtsamkeit und der Ruhe.

Selbst das wildeste Spiel zwingt uns aus unserem Gedankenkarussell hinein in den Strudel der Gefühle, des Sich Erfahrens und des Seins im Hier und Jetzt.

Und weil das alles so glücklich macht, suchen wir möglichst viele dieser Begegnungen mit unserem Hund.

Dass das Ganze auch draußen stattfinden kann, erweitert den Horizont der Erfahrung des Hier und Jetzt um eine weitere bedeutende Komponente:

Die Natur, den Wald, die Wiese und die frische Luft.

"Sich spüren" bedeutet auch die Grenze unseres Körpers und unserer körperlichen Fähigkeiten spüren. Das kann man ziemlich eindrucksvoll, wenn man in den Dreck fällt. Meistens muss man dabei herzlich lachen, denn Kontrollverlust führt, wenn er ohne Blessuren abläuft, doch in allererster Linie zu guter Laune. Das Überraschungsmoment, dass wir tatsächlich wider unsere Kontrolle fallen können, beängstigt und befreit gleichzeitig. Und wir sind sofort in die Kindheit zurückversetzt, in der Fallen dazugehörte wie das Versteckspiel auf dem Pausenhof.

Wenn sich zum Fallen auch noch richtiger Waldboden, Dreck und Wasser zu Matsch mischen, ist das Glück perfekt.

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Diese Chance auf echte Glücksgefühle bietet Camp Canis. Camp Canis schenkt Dir einen Rahmen an Möglichkeiten, innerhalb dessen Du auf Dich selbst zurückgeworfen bist. Spüren, fühlen, Instinkte wahrnehmen, die Verbundenheit mit der Natur, Deinen Hund an Deiner Seite fühlen, so sein, wie Du bist.

Es gibt Aufgaben, die Du mit Deinem Hund im Team lösen musst. Apportieren, suchen, jagen. Die Kommunikation mit anderen im Team wird gestärkt, die Hund Mensch Kommunikation wird intensiviert.

Das Kind in Dir hervorholen und dann ab in die Pfützen springen. Manchmal ist Glück so einfach.

Was das mit dir macht? TeilnehmerInnen beschreiben es als Beziehungsbooster. Sowohl die Beziehung zu sich selbst als auch die zum Hund bekommen eine größere Tiefe.

Den Körper fühlen und die Elemente spüren ist ein ganzheitliches Erfahren. Und der Spaß, das Lachen befreit von allen Sorgen und fördert den positiv erlebten Moment. Die Glückshormone bei Hund und Halter sorgen mit Sicherheit dafür, dieses Erlebnis zu wiederholen. Die Möglichkeiten, die man zusammen erfährt, schweißen als Team zusammen und bereichern die Beziehung zwischen Hund und Mensch.

Vertrauen, Spaß, Herausforderung, die Lernkatalysatoren schlechthin machen hier ganze Arbeit.

In diesem Sinne: Ladies and Gentlemen, let Matsch rule.

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Melanie KniesComment