Canicross mit Kindern oder... (supported von Ingo Babbel und Alexander Herrmann)

Früh übt sich!

Lust auf Geschwindigkeit, Liebe zum Hund, Freude an gemeinsamen Erlebnissen im Freien – das alles steckt nicht nur vielen Erwachsenen im Blut. Auch immer mehr Kids haben Lust darauf, sich im Canicross zu versuchen. Sei es, weil sie sich bei ihren lauffreudigen Eltern schon etwas abgeschaut haben. Sei es, weil sie nach einem Sport suchen, den sie zusammen mit ihrem vierbeinigen Begleiter gemeinsam praktizieren können.

Bei alledem gilt: Weniger ist mehr. Wer Kinder nachhaltig und mit Köpfchen an den Ausdauersport heranführen möchte, darf nicht auf Zeiten und Begabung schielen. Oder das Ganze gar als frühes Hochleistungstraining missverstehen, bei dem schnell Fortschritte erzielt werden können. Stattdessen sollte gerade beim Training mit Kindern der Spaß an der Sache im Vordergrund stehen.

 Foto. Jay Jay Art

Foto. Jay Jay Art

Im Training

„Ich vergleiche das Kindertraining gerne mit dem Krafttraining im Fitnessstudio. Als CaniX-Trainer ist dir sehr bewusst, welche enormen Kräfte durch den Zug des Hundes auf das Kind einwirken können“, betont Ingo Babbel vom Ausbildungszentrum canicross-outdoorsports. Ist ein Kind in erster Linie damit beschäftigt, den Kräften des Hundes Stand zu halten, läuft etwas gehörig schief.

Statt den jungen Läufern zu viel zuzumuten, setzen kundige Trainer bzw. Eltern darauf, in lockerer Atmosphäre gemeinsam Kraft, Koordination und Ausdauer zu trainieren. Mal mit, mal ohne Hund. Im Rahmen eines altersgerechten Trainings können zum Beispiel erste Canicross-Regeln oder die Lauftechnik des Sprints spielerisch vermittelt werden. Eine gute Basis für eine lebenslange CaniX-Begeisterung.

Im Wettkampf

Diese Begeisterung kann natürlich auch auf ersten Rennen prima geweckt werden. Nichts ist schließlich spannender, als begeisterte Zuschauer an der Strecke, dutzende Gleichgesinnte und ein Camp inmitten unzähliger Zughunde. Wie im Training gilt jedoch auch hier: Das Wohl der kleinen Läufer muss in Vordergrund stehen.

„Viele Eltern machen den Fehler, ihren Kindern einen viel zu großen und starken Hund vorzuspannen. Hierzu gibt es leider keine Regularien. In Wettbewerben sieht man daher oft 30 Kilogramm schwere Hunde, die einen 40 Kilogramm schweren Läufer hinter sich her schleifen. Das ist natürlich Gift für Kinder, die noch im Wachstum sind“, bedauert Alexander Herrmann vom Verein Hauptstadt Canicross. „Hier sollten die Verantwortlichen ihren Ehrgeiz zurückstellen und darauf achten, dass der Zughund allerhöchstens halb so schwer ist wie das Kind, das er zieht.“

In welcher Wettkampfklasse der Canicross-Nachwuchs auf Rennen antreten darf, ist von verschiedenen Verbänden unterschiedlich geregelt. Der IFSS (International Federation of Sleddog Sports), unter dessen Flagge ein Großteil der Rennen in Deutschland ausgetragen wird, sieht für Kinder unter 10 Jahren höchstens Bambini-Läufe über wenige 100 Meter vor. Die offiziellen Wettkämpfe beginnen erst bei der Altersstufe von 10 bis 13 Jahren. In anderen Verbänden dürfen Kinder unter 10 Jahren antreten, wenn sie von einem erwachsenen Läufer begleitet werden. Dazu werden am Zuggeschirr des Hundes zwei Leinen eingehängt: die kürzere ruckgedämpfte Leine des Kindes und die Laufleine des Erwachsenen.

Auch bei Camp Canis Kids kommen die Kleinen ganz groß und ganz dreckig raus. Ein 3 km Trail wartet auf den Nachwuchs. In Begleitung eines Erwachsenen, der ohne Hunde läuft, dürfen die Kleinen sich im Canicross genau so versuchen wie an den Hindernissen und Aufgaben. Sport, Hundetraining und Spaß liegen auf den Trails bereit.

Und größere Kids, die den Hund bereits alleine händeln können (ab ca. 12 Jahre aufwärts) können mit den Großen im Team ins Gelände starten.

 Foto: Donna Luettjen Photographie

Foto: Donna Luettjen Photographie

Die Ausrüstung

In Sachen Ausrüstung gilt in allen Altersklassen: Vor allem der Zuggurt sollte wirklich gut sitzen, um eine falsche Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule zu vermeiden. „Insgesamt gibt es nur 2 oder 3 Anbieter für Kinder-Gurte auf dem Markt. Vor allem die Modelle von Non-stop Dogwear sind aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften empfehlenswert“, rät Alexander Herrmann. Eine eingehende Beratung und Anprobe des Laufgurts sind vor dem Kauf unerlässlich. Gleiches gilt für das Schuhwerk. Wer mit vorgespanntem Hund im Gelände unterwegs ist, braucht Trailrunningschuhe, die optimal passen. Gerade in Bezug auf Kinder, deren Füße sich ja noch im Wachstum befinden, sollte hier nicht an der falschen Stelle gespart werden.

Fazit:

In Sachen Canicross-Kindertraining gilt: Weniger ist mehr. Der Spaß muss im Vordergrund stehen.

Die Kräfte, die beim Canicross auf den Körper des Kindes einwirken, sind groß.

So lange sich der Körper noch im Wachstum befindet, sollte die Form von Trainingseinheiten und ggf. Rennen auf das Wohl des Kindes abgestimmt werden.

Kurze Strecken mit einem geeigneten Zughund sollten sich mit einem vielseitigen Training in Sachen Ausdauer, Kraft und Koordination abwechseln.

Auch bei Rennen sollte der Zughund maximal halb so schwer sein wie das Kind.

Zuggurt und Schuhe müssen dem Kind perfekt passen. Hier ist eine Beratung vom (Canicross-)Fachmann ratsam.

Dann steht einem begeisterten Canicross-Nachwuchs die wilde, matschige Welt offen!

Danke, Ingo Babbel von Canicross Outdoorsports 

und Alexander Herrmann von Hauptstadt Canicross für das Löcher in Bauch fragen dürfen.

 

 

 

Melanie KniesComment