Die 6 in Mathe in der 4. Klasse und dein Start bei Camp Canis – Ziemlich beste Feinde

Bist du in Deutschland aufgewachsen und in einer durchschnittlichen Schule mit mittelbegabten Pädagogen erzogen worden, am besten noch in den 80-/90-er Jahren? Dann bist auch du in den Genuss gekommen, uniform behandelt zu werden.

30 Schüler.

30 komplett unterschiedliche Menschen.

30 Charaktere.

30 differente Stärken-Schwächen-Gemengelagen.

Eine Matheklausur.

Ein Notenspiegel.

Ein Maßstab.

Einer für alle, alle für einen ist in diesem Fall kein Segen. Ob ein Schüler gut oder schlecht ist, entscheidet nicht sein Charakter, seine Art mit anderen umzugehen, seine Hilfsbereitschaft oder seine unangenehme Angewohnheit, anderen Schülern auf dem Schulhof das Kakaogeld zu klauen.  

Darüber entscheidet die 1 oder die 6, die der Lehrer vergibt. Die Antwort steckt im Zeugnis. Kinder, die mit solch einem Bewertungssystem groß werden, sozialisiert werden, stecken dort auch als Erwachsene oft fest: im permanenten Vergleich mit ungleichen „Artgenossen“.

Was wir als erfahrene Hundehalter jedem Vierbeiner gönnen, nämlich eine individuelle Behandlung, denn „Jede Jeck is anders“, wie der Rheinländer so treffend formuliert, gönnen wir uns selbst oft nicht: ganz eigenen Maßstäbe, von mir für mich, von dir für dich. Im Berufsleben nicht immer durchsetzbar, aber im Privatleben doch bitte schön umso mehr.

Ja na klar gibt es heute Schulsysteme, die das anders handhaben. Gott sei Dank. Geht ja auch gar nicht anders. Die Welt heute braucht alles, nur keine uniform erzogenen Kinder, die auf ein Leben am Fließband bis zur Rente vorbereitet werden, wie damals unsere Großeltern.

Und nochmal: ja na klar ist nicht alles schlecht gewesen an der Schule, der Erziehung und dem Mathelehrer.

Aber mal Hand aufs Herz: wie viel von dieser ewigen Bewertung steckt auch noch heute in dir drin? Wie oft fragst du dich: war das gut oder war das schlecht (anstatt dass es einfach nur mal war)? Was denken wohl die anderen?

Wie viel von den alten, vergleichenden Maßstäben setzt du heute noch für dich an? ‚Wenn Eva nach zwei Wochen schon einen Durchschnitt von 6,4 km/h auf 5 km läuft, dann muss ich das auch schaffen. Und wenn nicht, bin ich echt ne ganz schöne Flasche‘

Wie viele deiner Ziele sind wirklich deine? Ohne den Blick auf den oder die, das oder jenes. Ohne Vergleich?

Wie viel von früher hat auch heute noch einen aktuellen Einfluss auf dich, obwohl es vielleicht um gar nichts geht?

Nicht um den Abschluss.  Nicht um den guten Notendurchschnitt. Nicht um den Arbeitsplatz.

Sondern vielleicht nur um so etwas Unwichtiges wie den Start bei Camp Canis (Juchuuuh…da ist er, der Bogen).

Bei Camp Canis geht es wahrlich um Nichts.

Es werden keine Zeiten gemessen.

Es werden keine Sieger gekürt.

Es werden keine Preise verliehen.

Es gibt nichts zu gewinnen.

Und das ist kein Zufall, keine Faulheit und auch keine Sparmaßnahme.

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Camp Canis möchte verbinden und nicht trennen. Nicht den Ersten von dem Letzten, nicht den Schnellsten von dem Langsamsten, nicht dich von deinem Hund.

Leider ist oft, wenn es um den 1., 2. oder 3. Platz geht, zu beobachten, dass sich ein Ehrgeiz in das Training einschleicht, der jedem Menschen gegönnt sei, aber nicht zwingend jedem Hund guttut.

Das möchte Camp Canis nicht. Camp Canis ist die Einladung an dich auf ein Abenteuer mit deinem Hund. So, wie ihr beide es mögt, wie es zu euch passt. Alles kann, nichts muss.

Eine wunderbare Gelegenheit, einfach mal zu machen. Nicht zu denken, nicht zu zaudern, nicht zu bangen. Einfach machen.

Verlieren kann niemand.

Gewinnen werden alle.

Wir sehen uns im Ziel.

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Melanie Knies1 Comment