Fütterung bei körperlicher Anstrengung

Wer körperlich arbeitet, braucht auch mehr Energie – das ist uns allen klar - aber wie viel mehr soll es sein?

Erinnerst Du Dich an die Tabelle aus dem letzten Artikel?

Ich füge sie mal eben ein.

Körpergewicht (KG) x 30 + 70 = Grundumsatz (auch resting energy requirements, kurz RER, genannt).

Den Grundumsatz multiplizieren wir nun mit dem passenden Faktor:

Tabelle Energiebedarf Faktor.jpg

Wir erkennen: Hunde, die arbeiten, haben einen bis zu 8x höheren Grundumsatz im Gegensatz zu  normal aktiven Hunden. Hierbei stellt der winterliche Zughundesport die absolute Spitze dar, denn die Hunde laufen nicht nur lange Strecken in mittlerem bis hohem Tempo, sie ziehen auch Gewicht und müssen ihre Körpertemperatur konstant den Umweltbedingungen anpassen.

Das heißt jetzt aber nicht, dass ein Musher nun einfach die 8-fache Menge in den Napf schmeißt (auch Hundemägen haben keine unendliche Dehnbarkeit, obschon es bei einigen Exemplaren so scheinen mag) – bzw. sollte er das nicht in Verbindung mit der gängigen Fütterungspraxis bei einer oder zwei Mahlzeiten am Tag tun.

Eingefleischte Musher, die professionell unterwegs sind, wissen ganz genau, was ihre Hunde brauchen. Ich wende mich mit diesem Artikel der etwas gemäßigteren sportlichen Betätigung zu.

Hier wird bei der Fütterung im aktiven Bereich unterschieden zwischen: kurzer und langer Belastung.

Bei der kurzen/schnellen Belastung (z.B. Sprints) können wir dem hündischen Organismus mit der zusätzlichen Fütterung leicht verdaulicher Kohlenhydrate unter die Arme greifen.

Bei einer länger anhaltenden Belastung (Ausdauer)  greifst du besser auf Fett als Energielieferant zurück.
Wir sparen uns jetzt die physiologische Seite in Bezug auf aerobe und anaerobe Muskelarbeit, ansonsten wird das hier ein Roman…

Also: um das Ganze alltagstauglich zu machen und bei meiner Maxime (einfach nur den Hund füttern) zu bleiben, kann man bei der Fütterung seines Hundes in Zeiten erhöhten Energiebedarfs folgendermaßen vorgehen:

Wir bleiben bei obiger Tabelle und gehen von einem normal aktiven Hund aus, der ohne Sport 2-3 Stunden Gassi (Bewegung und Kopfarbeit) geht – pro Tag          .

Hier kommt nun eine leichte sportliche Aktivität von einer halben bis vollen Stunde hinzu.

Der Faktor, den wir dem RER hinzurechnen müssen, steigt von 1,8 auf 2 – das könnte man in etwa auf die erste Zeit des Trainings anwenden. Später dann erhöhen wir auf den Faktor 3 – in etwa dann, wenn mindestens eine Stunde (durch)gesportelt wird.

Die Zusammensetzung dürfte wie folgt aussehen:

·         bis zu 30% hochwertiges Protein (hier geht es dann nicht um Energie – zwar können Hunde die auch aus Proteinen beziehen, diese Art der Energiegewinnung führt aber zu einer unnötigen Belastung des Stoffwechsel, die Energie sollte besser aus Fetten und Kohlenhydraten stammen)

·         bis zu 30% hochwertige Fette, in Bezug zu den Proteinen könnte das z.B. fettes Muskelfleisch sein, also halb Fleisch, halb Fett (denkt dran, die Energie ist mehr als doppelt so hoch, wie bei Proteinen und Kohlenhydraten), es dient als langfristiger Energielieferant und

·         bis zu 30% gut/leicht verdauliche Kohlenhydrate (z.B. gekochter Amaranth, Quinoa, Buchweizen, Hirse oder Haferflocken), sie liefern kurzfristige Energie zu Beginn der körperlichen Aktivität.

Nicht zu vergessen in der Zusammensetzung: Wasser, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe! Denn nicht nur der Energiebedarf steigt bei körperlicher Aktivität!

Selbstverständlich gibt es auch für Leistungs- und Sporthunde Fertigfutter, das ihren Bedürfnissen entspricht. Bei Fragen hierzu stehe ich gern zur Verfügung.

Die Fütterung sollte grundsätzlich nicht kurz vor oder kurz nach der Aktivität erfolgen – es sollten jeweils mindestens 2 Stunden dazwischen liegen und das Futter sollte auf 2-3 Mahlzeiten verteilt werden. Selbstverständlich sind Leckerlies während des Trainings trotzdem ok!

Bitte behaltet das Gewicht Eures Hundes immer im Auge, denn auch bei der Ernährung von sportlichen Hunde gilt: jeder Hund ist einzigartig und benötigt eine individuelle Ernährung, ich kann hier grundsätzlich nur allgemeine Empfehlungen aussprechen.

Hier kommt noch ein kleines energielieferndes Leckerchen für’s Zwischendurch beim Training:

·         300g fetter Lachs (alternativ gewolftes Lamm oder Ente)

·         300g Buchweizenmehl

·         1-2 EL Gänseschmalz

·         1 Ei

·         100g gemischte Nüsse (perfekterweise gemahlen) OHNE Macadamias

Alles miteinander vermengen und entweder auf ein Blech oder eine Backmatte streichen und bei 200° bis zur gewünschten Trockenheit backen (Backmatte etwa 20 Minuten, Backblech mindestens 45 Minuten).
Wählt Ihr die Variante mit dem Backblech, dann könnt Ihr nach 20 Minuten mit einem Pizzarad Sollbruchstellen einfügen, das erleichtert die Portionierung. Nach etwa 60 Minuten die Temperatur runterdrehen auf 50° und die Türe leicht öffnen, so kann man die Kekse trocknen, ohne sie zu verbrennen.

Da selbstgebackene Kekse leider Angewohnheit haben, relativ schnell zu schimmeln, empfehle ich, sie portionsweise einzufrieren, so hat man länger was davon!

Guten Appetit!

 

 

 

Melanie KniesComment