Workout mit Hund

Canicross oder auch nur joggen mit Hund macht Spaß und liegt demjenigen nahe, der zwar Sport treiben, sich dabei aber nicht zwischen Hund und Fitness-Studio entscheiden möchte. Gott sei Dank gibt es weitaus mehr Möglichkeiten, Sport mit dem Hund zu  machen, dabei die Gassistrecke zum Outdoor Fitness-Studio umzufunktionieren und für Camp Canis zu trainieren.

Hier haben wir euch - nach dem Quickie Workout mit Hund für zwischendurch (Camp Canis Kraftraum #3) - noch ein paar Ideen zusammengestellt. Dabei liegen uns eure Fitness und eure Muskeln näher am Herzen als die eures Hundes, sind unsere Vierbeiner doch oft fitter als wir. Das bedeutet allerdings aber auch nicht, dass euer Hund während eurer Schweißarbeit nichts zu tun hätte. Wohl dem quirligen Labrador, dem arbeitswütigen Husky oder dem ich-will-aber-auch-was-machen-Mischling, der während eures Hochstrecksprungs ruhig liegen bleibt.

Auf geht's.

Da die Temperaturen draußen inzwischen einstellig im Plusbereich, in manchen Regionen zweistellig im Minusbereich liegen, ist das Warm-Up wichtiger denn je. Reine Dehnübungen bringen keine Glückseligkeit. Starte die Fitness-Gassitour in einer pulssteigernden Geschwindigkeit: strammer Marsch unter Einsatz der Arme, leichtes Joggen oder kurze Sprints. Danach dann die Dehnübungen wie z. B. Ausfallschritt. Hier kann der Hund unter dem rechtwinklig aufgestellten Bein vorne durchgeführt oder mit den Vorderpfoten auf eurem Bein "abgesetzt" werden. Letztere Möglichkeit ist vor allem bei Matschwetter in Sachen "Dreckgewöhnung" vorzuziehen.

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Zum Warm-Up hinzuzufügen sind noch Übungen wie der Hampelmann aus Kindertagen, Seilspringen mit der Leine oder der Soldatenschritt, bei dem bei geradem Rücken und alternierenden Armschwüngen ein Knie nach oben gehoben wird. Ein oder zwei Runden um den sitzenden Hund vielleicht? Sir, yes Sir.

Army Liegestütz

Setz deinen Hund ab und leg dich daneben in den Unterarmstütz. Dein Hund bleibt sitzen oder liegen, während du dich in dieser Haltung Stück für Stück und (Zenti-)Meter für (Zenti-)Meter von deinem Hund entfernst. Achte darauf, deinen Rücken gerade zu halten, deine Halsmuskulatur nicht zu überdehnen und die Schultern nicht zu verspannen. Wenn du weit genug gekommen bist (wie weit das ist, entscheidest du), rufst du deinen Hund zu dir und lockerst die Haltung. Dann geht es weiter oder wieder zurück.

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Echte Camp Canis Challenger laufen übrigens nicht über grüne Wiesen, sondern durch matschige Pfützen.

Abfahrtshocke

Diese Übung aus der Skifahrerszene passt gut in den Winter. Wenn du im Team trainierst, dann macht sie richtig Spaß, denn dann könnt ihr eine Staffel aufstellen.

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Stellt euch hüftbreit in einer Reihe auf, neigt mit geradem Rücken den Oberkörper nach vorne und bleibt in einem natürlichen Hohlkreuz. Die Schultern nicht an die Ohren ziehen, sondern tendenziell die Arme nach hinten lang machen, bitte und die Halsmuskulatur nicht überdehnen. Eure Hunde sitzen neben euch.

Nun läuft der Letzte in der Reihe mit seinem Hund los, im Slalom um die anderen herum und stellt sich vorne wieder in die Skifahrerhaltung. Dann startet der neue Letzte in der Reihe, läuft mit seinem Hund im Slalom um die anderen Teammitglieder, die brav die Position halten, herum und stellt sich an den Anfang der Reihe. Undsoweiterundsofort. Entscheidet selber, wie viele Durchläufe ihr machen möchtet.

Trainierst du alleine mit deinem Hund, kannst du dich in die Skifahrerhaltung begeben, deinem Hund ein Leckerli oder einen Dummy oder was auch immer nach vorne werfen und so lange in der Skifahrerposition verharren, bis dein Hund wieder bei dir ist.

Perfekt, wenn dein Hund nicht mit dem Leckerli oder Dummy "losfliegt", sondern wartet, bis du die "Jagd" freigegeben hast. Logisch, oder?

Geruchswedler

Für diese Übung machen ein paar Leckerli in der Tasche Sinn. Zumindest für den Hund. Dein Hund sitzt seitlich versetzt vor dir. Ein Leckerli klemmt zwischen deinen Schnürsenkeln. Dein Hund weiss das.

Fuss und Leckleri heben nun vom Boden ab und du pendelst mit dem Bein vor und zurück. Deine Hüfte bleibt gerade, dein Bauch angespannt und dein Brustbein ist angehoben. Dein Bein bewegst du nicht mit Schwung, sondern mit Kraft und nur aus dem Hüftgelenk heraus.

30 bis 45 Sekunden pendelst du, dann darf sich der Hund das Leckerli vom Schuh pflücken, während du versuchst, nicht umzufallen. Anderes Bein, gleiche Übung.

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Yoga-Hund

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Der herabschauende Hund aus dem Yoga ist die Ausgangsposition für diese sportliche Einheit. Deinen Hund bringst du unter dir ins Platz. 

Nun beginnst du, mit den Händen vorzulaufen, so dass sich der Oberkörper langsam senkt. Achte darauf, mit der Hüfte weder nach links noch nach rechts zu wackeln. Lauf auf Händen nur so weit nach vorne, wie du deinen Rumpf noch stabil halten kannst und nicht absinkst. Dann schliessen zuerst die Füße auf, danach dein Hund. Nach dem ersten Durchgang seid ihr wieder in der Ausgangsposition, allerdings ein Stück weiter vorne.

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Du kannst auch erst ein paar Mal mit Händen, dann mit Füßen vorlaufen, bis du ein paar Meter von deinem Hund entfernt bist und ihn dann nachrufen. Was auch immer die größere Herausforderung für euch ist, begegne ihr.

Cool Down nicht vergessen - auch nicht bei Minusgraden

Beim Cool-down führst du deinen Körper langsam und sanft wieder zurück ins Normalprogramm. Diese Phase hat nicht nur eine rituelle Funktion, sondern auch körperliche Auswirkungen. Deine Herzfrequenz sinkt ebenso wie die Körpertemperatur und muskulären Problemen wird vorgebeugt. Solltest du bei deinem Training bestimmte Körperteile besonders beansprucht haben, richte dein Cool-down dementsprechend aus.

Ein paar Tipps:

- nach dem Joggen nicht einfach abrupt stehen bleiben, sondern langsam auslaufen oder ausgehen

- schliesse einige Lockerungsübungen an, wie z. B. Arme und Beine ausschütteln, Kopf, Arme, Hände und Füße kreisen lassen

- rechten Arm hängen lassen und mit der linken Hand den Kopf sanft auf die linke Schulter ziehen. Danach die andere Seite.

- Termin bei dem Masseur deines Vertrauens

- trinken nicht vergessen und ca. 30 Minuten nach dem Training auch etwas Gutes essen.

Viel Spaß!

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Melanie KniesComment