Futter ist gleich Energie - Wieviel darf's denn sein?

Um Leistung vollbringen zu können, braucht jedes Lebewesen Energie. Du und ich und auch dein Hund - und meiner sowieso! Um Energie zu gewinnen, brauchen wir Nahrung.

Hunde gewinnen ihre Energie am einfachsten und effektivsten aus Fett. Den Exkurs in die Anatomie und Physiologie der Verdauung erspare ich Dir jetzt aber mal und komme gleich zur Frage der Fragen: Wieviel Futter braucht der Hund, um gut “über den Tag” zu kommen?

Zuallererst wieder der Hinweis: ich kann für die Allgemeinheit immer nur Richtwerte nennen - jeder Organismus ist anders. Wenn du es genauer wissen möchtest oder spezielle Fragen zu deinem Hund hast, dann melde dich gerne bei mir.

Zurück zu den verallgemeinerten Richtwerten. Es kann gut sein, dass Fiffi, Emma, Lassie und Paul mit den Zahlen, die ich im Folgenden nenne, super gut leben. Hasso, Rex und Prinz Peter nehmen damit ab, Lupo und Molly nehmen zu.

Das heißt für dich, du musst ein wenig rumprobieren. Mit den Überlegungen und Berechnungen, die nun kommen, hast du aber eine wirklich gute Ausgangbasis dafür.

Wie bei uns Menschen auch, berechnen wir den Energiebedarf beim Hund in kJ bzw. Kcal - Letzteres werde ich hier verwenden, da wir damit im alltäglichen Leben mehr anfangen können.

Es gibt eine relativ einfache Formel, um den Cirka-Bedarf seines, deines, eines Vierbeiners zu berechnen.

Körpergewicht (KG) x 30 + 70 = Grundumsatz (auch resting energy requirements, kurz RER, genannt).

Für eine Beispielberechnung nehmen wir folgenden Hund: Rüde, 20 Kilo Gewicht, 4 Jahre alt, intakt, normal aktiv.

Daraus ergibt sich ein RER: 20 x 30 + 70 =670

Diesen Grundumsatz (RER) von 670 multiplizieren wir nun mit dem passenden Faktor aus dieser Übersicht, je nachdem, was wir erreichen möchten:

Tabelle Energiebedarf Faktor.jpg

Nehmen wir wieder unseren Beispielhund und tragen die errechneten Werte gleich hier unten in die Tabelle ein:

Tabelle Situation Hund Beispiel.jpg
 

Nun weißt Du also in etwa, wie viele Kalorien Hunde benötigen.

Aber wieviel Futter ist das?

Wer frisch füttert, kann dies relativ schnell anhand der im Netz vorhandenen Kalorientabellen tun. Eine Beispieltabelle findest du ganz unten am Ende dieses Textes.

Wie aber bekommst du die passende Kalorienzufuhr bei der Fütterung mit Trocken- oder Dosenfutter hin? In den seltensten Fällen steht die Kalorienangabe auf der Packung.

Auch hierfür gibt es eine Formel. Juchuuuh!

Aus den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben zu den analytischen Bestandteilen, Feuchtigkeit, Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche können wir zunächst mal die Kohlenhydratmenge bzw. Stickstofffreien Extraktstoffe errechnen (NfE).

Das ist ganz einfach: Ausgangswert sind 100% (der Einfachheit halber gehen wir von100g aus).

Unser Beispielfutter hat folgende Werte:

Feuchtigkeit: 78%

Rohprotein: 10,1%

Rohfett: 7,4%

Rohfaser: 2,1% und

Rohasche: 0,7%.

100g MINUS Feuchtigkeit MINUS Rohprotein MINUS Rohfett MINUS Rohfaser MINUS Rohasche = NfE (Kohlenhydratmenge).

Beispiel: 100-78-10,1-7,4-2,1-0,7=11,2, also sind in unserem Beispielfutter 1,7g NfE bzw. Kohlenhydrate enthalten.

Ist die Feuchtigkeit nicht angegeben (oft bei Trockenfutter der Fall), kann man von 8-10% ausgehen.

Nun weißt Du also, wie viele Kohlenhydrate in Deinem Futter sind, jetzt kannst Du die Kalorien ausrechnen. Dazu brauchst Du noch die Kalorienangaben für Kohlenhydrate, Proteine und Fett, sie weichen ein wenig von denen für Menschen ab (andere Verdaulichkeit u.ä.):

Kohlenhydrate: 3,5 kcal/g | Fette:8,5 kcal/g | Proteine: 3,5 kcal/g

Beim oben genannten Beispiel wären das also:

Kohlenhydrate 1,7g = 3,5*1,7 = 5,95 kcal

Rohfett 7,4g = 8,5*7,4 = 62,9 kcal

Rohprotein 10,1g = 3,5*8 = 28 kcal

 → 96,85kcal/100g Futter. Eine handelsübliche Dose mit 400g hätte also rund 387,4 kcal.

Ohne Leckerlies könnte unser Hund gut und gern mehr als 3 dieser Dosen am Tag verdrücken, ohne zuzunehmen.

Die Dose mit ihren Angaben diente hier lediglich als Beispiel und soll keinen Richtwert zur empfehlenswerten Verteilung der einzelnen Nährstoffgruppen geben.

Wie die Verteilung der Nährstoffgruppen bestmöglich aussehen sollte und wann sich diese Verteilung ändert oder ändern sollte, wenn der Hund mehr Leistung bringt, das werde ich dir im nächsten Beitrag erklären.

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Hier noch eine kleine Idee für eine leckere Kalorienzufuhr (sowohl für den Menschen als auch für den Hund). Ist auch ganz einfach. Versprochen.

2 Eier

100g Parmesan

1 Backmatte (z.B. http://amzn.to/2jkFyNS )

Eier und Parmesan verquirlen und die Masse auf die Matte gießen (Löcher gucken nach oben), verstreichen, so dass alle Vertiefungen gefüllt sind) und bei 180° etwa 20 Minuten backen.

Klasse Snack für den Hund und vielleicht auch für dich. 400 - 500 kcal / 100 g kannst du an dem Tag vom Futter abziehen. Wie das geht, weisst du ja jetzt. :-)

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Kalorientabellen

Quelle: https://furryfit.de/barf-futter-kalorien/

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Melanie KniesComment